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GAB ES EINST MEHR HELLE KOMETEN?
Liest man historische Berichte, so gewinnt man den Eindruck, dass es in früheren Jahrhunderten viel mehr helle Kometenerscheinungen gab als in unserer Zeit. Man sollte aber bedenken, dass in Zeiten, wo es keine Lichtverschmutzung gab, und der Nachthimmel selbst in Städten noch richtig dunkel war, sogar ein eher bescheidener Schweifstern wie Ikeya-Zhang allgemeine Aufmerksamkeit erregen konnte und deshalb seinen Weg in die Annalen fand. Hinzu kam die bis weit in die Neuzeit vorhandene Furcht, die mit dem überraschenden Auftreten der seltsamen Himmelsgäste verbunden war. Daraus resultiert vielleicht so manche Übertreibung bezüglich der Größe von Kometen.
Auch wenn über die Jahrtausende hinweg die durchschnittliche Anzahl von hellen Kometen gleich bleibt, so gibt es natürlich statistische Schwankungen. Es kann deshalb durchaus kometenreichere und kometenärmere Zeitabschnitte geben. Schließlich spielt auch ein subjektives Moment eine Rolle. Wer heute 30 Jahre alt ist, konnte in seinem Leben bislang 2 helle, wirklich große Kometen am Nachthimmel beobachten und ist womöglich enttäuscht, dass Ikeya-Zhang oder Machholz (C/2004 Q2) sehr bescheiden ausfielen. Wer jedoch 1995 30 Jahre alt war, erinnerte sich vielleicht vage, dass seine Eltern ihm als Kind einen Kometen gezeigt hatten. Er hätte gesagt, dass es keine hellen Kometen mehr gäbe, und sich über einen Schweifstern vom Kaliber der beiden vorgenannten gewaltig gefreut.
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