|
SIND KOMETEN GEFÄHRLICH?
Bis weit in die Neuzeit hinein verbreitete das Erscheinen eines hellen Kometen Angst und Schrecken, es galt als schlechtes Omen, als Vorbote für Krieg, Krankheit, Missernten oder Naturkatastrophen. Vor allem wohl das unvorhersehbare Auftauchen der seltsamen Himmelserscheinungen, das die kosmische Harmonie zu stören schien, verschaffte den Schweifsternen ihren schlechten Leumund. Natürlich fand man im Nachhinein auch zu jedem Kometen ein "passendes" Übel. Erst im 17. und 18. Jahrhundert setzte sich die Erkenntnis durch, dass Kometen zu den Mitgliedern unseres Sonnensystems zählen und den gleichen himmelsmechanischen Prinzipien wie die Planeten und ihre Monde unterliegen. Die einst furchterregenden, scheinbar gewaltigen "Haarsterne" entpuppten sich als ebenso winzige wie faszinierende Himmelskörper.
Die naturwissenschaftliche Erkenntnis hat den Mythos vom Unglücksbringer ins Reich der Fabel verwiesen. Doch sie zeigte zugleich, dass von Kometen durchaus eine reelle Gefahr ausgehen kann. Spätestens im Jahr 1994 wurde dies auch einer breiteren Öffentlichkeit klar, als die Trümmer des Kometen Shoemaker-Levy auf den Jupiter stürzten. Aus statistischer Sicht ist der Zusammenstoß eines grösseren Kometenkopfes mit der Erde ein ebenso so seltenes wie - über lange Zeiträume (Jahrmillionen oder mehr) betrachtet - unvermeidliches Ereignis. Oder anders ausgedrückt: die Frage ist nicht ob, sondern wann die Erde den nächsten kosmischen Treffer erhält. Vermutlich würde ein Komet im Gegensatz zu einem Asteroiden die Erdoberfläche gar nicht erreichen, sondern in der Atmosphäre explodieren. Bereits bei einem Körper von 1 oder 2 Kilometern Durchmesser würde dabei in Sekundenbruchteilen die Energie von Millionen Wasserstoffbomben freigesetzt. Der Zusammenstoß mit einem Objekt vom Kaliber Hale-Bopp wäre mit Sicherheit die letzte astronomische Beobachtung, die jemals gemacht würde.
Bevor Sie sich jetzt allzu viele Gedanken über die Bedrohung durch herabstürzende Himmelskörper machen, denken Sie einfach an die Statistik: das Risiko des vorzeitigen Ablebens durch einen Verkehrsunfall sollte viel eher Anlaß zur Sorge geben als die Möglichkeit eines Impakt-Ereignisses.
Inserate unserer Partner:
POLARLICHT-REISEN.DE - Reisen zu den Wundern der nordischen Nächte
ECLIPSE-REISEN.DE - Reisen zu den Sonnenfinsternissen 2008, 2009 & 2010
ASTRONATION.DE - Das Netzwerk für Astronomiebegeisterte
ASTROSHOP.DE - Das Universum neu entdecken
FOTO-CD mit über 1000 Astronomie-Fotos
|