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WANN SIND KOMETEN ZU SEHEN?
Jeden Tag sind eine ganze Reihe von Kometen zu sehen, doch bedarf es dafür lichtstarker Teleskope. Etwa 1 bis 2 mal im Jahr erscheint ein Komet, der auch mit dem Feldstecher beobachtbar ist. Auf einen Kometen der 3. oder 4. Grössenklasse, der zumindest in dunklen Gegenden ausserhalb der Großstädte ohne optische Hilfsmittel erkennbar ist, darf man alle paar Jahre hoffen. Wirklich helle Kometen, deren Schweif mühelos mit blossem Auge zu beobachten sind, dürften etwa alle 10 Jahre auftreten. Und ein so gewaltiger Komet, wie Hale-Bopp es 1997 war, ist schon als Jahrhundert-Ereignis zu bezeichnen.
Die genannten Zeiträume sind natürlich Durchschnittswerte. So traten 1957 mit Arend-Roland und Mrkos gleich 2 helle Kometen hintereinander auf, 1965 folgte mit Ikeya-Seki der hellste Schweifstern des letzten Jahrhunderts. Er leuchtete kurzzeitig weitaus heller als die Venus und war am Taghimmel in unmittelbarer Sonnennähe zu beobachten. 1970 war der Komet Bennett eine auffällige Erscheinung am Abendhimmel. Noch etwas heller war 1976 am Morgenhimmel Komet West. All diese Kometen erschienen ziemlich plötzlich und erreichten schon wenige Wochen oder Monate nach ihrer Entdeckung die maximale Helligkeit. Alle waren langperiodische Kometen, die möglicherweise zum ersten Mal in Sonnennähe gelangten. Das gilt auch für den wohl berühmtesten Kometen der 70er-Jahre, Kohoutek. Dieser wurde aber bereits rund ein Jahr, bevor er in Erdnähe kam, entdeckt. Ein riesiger Medienrummel begann, denn man erwartete eine gewaltige Kometenerscheinung, wie man sie seit dem 19. Jh. nicht mehr gesehen hatte. Als das nicht eintrat, waren die Enttäuschung und die Häme gleichermaßen groß. Dabei wurde gar nicht mehr registriert, dass der Komet Anfang Januar 1974 immerhin für einige Tage ein Objekt der 1. Größenklasse gewesen war.
Als 1986 der Halleysche Komet wiederkehrte, lieferte er zumindest in unseren Breiten eine bescheidene Vorstellungen. Dafür konnte man dank einiger Raumsonden erstmals Nahaufnahmen eines Kometen sehen. 20 Jahre nach Komet West (1976) erschien Anfang 1996 ziemlich überraschend mit Hyakutake wieder ein ausgesprochen heller Vertreter. Hinsichtlich seiner Größe war er ein eher durchschnittlicher Schweifstern, aber ihm kam zugute, dass er dicht an der Erde vorbeizog. Bereits 1995 war in großer Sonnenentfernung ein gewaltiger Komet entdeckt worden, von dem man sich 1997 einiges erwartete. Nach der Enttäuschung mit Kohoutek 1973 war man mit den Vorhersagen etwas zurückhaltender, aber Komet Hale-Bopp lieferte eine grandiose Himmelsshow. Er war der drittgrösste Komet, der jemals beobachtet wurde, und wäre er so nahe an die Erde herangekommen wie Hyakutake - sein Schweif hätte fast den ganzen Himmel überspannt. Aber auch so sorgte er für viel Wirbel, bis hin zum Massenselbstmord einer UFO-Sekte.
Im Januar 2007 lieferte der im Sommer 2006 entdeckte und bis Ende 2006 kaum beobachtbare Komet McNaught eine ebenso kurze wie grandiose Vorstellung ab. Jeweils nur kurz in der Abend- und Morgendämmerung sichtbar, wurde er binnen weniger Tage heller als die Venus. Schließlich war er am 13.01.2007 mit bloßem Auge neben der Sonne am Taghimmel sichtbar: Nur 2 Tage später entschwand er aus dem Sichtfeld der mitteleuropäischen Beobachter Richtung Südhimmel. Dort präsentierte er sich dann mit einem enormem Staubschweif, wie man ihn seit dem 19. Jh. bei keinem Kometen mehr gesehen hatte.
Burkhard Leitner hat eine ähnliche Tabelle erstellt, in der auch die in Mitteleuropa nicht sichtbaren Kometen berücksichtigt werden. Von Space.com gibt es eine Übersicht aller hellen Kometen des 20. Jahrhunderts. Links zu diesen und weiteren Aufstellungen gibt es in unserem Kometen-Archiv.
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